Die Fertigungstoleranzen bei FET sind nicht unerheblich. Das spielt für die Anwendung als
Schalter im Einzelfall zwar keine Rolle, aber bei Parallelschaltung und insbesondere in HF-Endstufen
können solche Abweichungen durchaus Probleme bereiten.
Die nachfolgende Schaltung ermöglicht auf einfache Weise das prüfen und ausmessen von Leistungs-FET.
Sie ist für N-Kanal Typen wie z.B. IRF 510, 530 etc. ausgelegt, kann aber auch für andere Baureihen
genutzt werden. Auch eine Erweiterung z.B. für P-Kanal Transistoren ist unkompliziert möglich.
Ich nutze dieses Gerätchen seit Jahren zum Ausmessen von Transistoren für
HF-FET-Endstufen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie groß die Toleranzen selbst bei FETīs aus
der gleichen Charge sind.
zur Schaltungsfunktion:
An das Gate des Prüflings wird eine mit P 1 regelbare Gleichspannung angelegt. Im Drainkreis
befindet sich ein Strommeßgerät und anhand des angezeigten - von der Gatespannung abhängigen -
Stromes können wichtige Eckdaten des FET bestimmt werden.
Die Schaltung ist recht einfach aufgebaut. Zur Spannungsstabilisierung dient ein 7812 mit Kühlkörper,
die LED fungiert als Betriebsanzeige.
S1a und S1b ist ein Doppeltaster, als Anzeige für den Drainstrom wird ein analoges Zeigerinstrument mit
einem Meßbereich von 250 mA eingesetzt. Das auf dem Foto abgebildete Instrument wurde mit einem
Shunt erweitert - die Beschriftung in uA ist daher nicht aktuell.
R 04 wirkt als Strombegrenzung im Fall eines Kurzschlusses des Prüftransistors und ist
etwas reichlicher (ca. 2 bis 4 W) zu dimensionieren.
Im Originalgerät ist es ein 4 W/ 47 Ohm Widerstand.
Das Poti ist mit einer einfachen Skala versehen, an der man die Gate-Spannung direkt ablesen kann.
Als Fassung dient ein Stück Buchsenleiste im 2,54 er Raster.
Die Prüfung erfolgt, indem man den Prüfling in die Fassung einsteckt und
anschließend bei gedrücktem Taster P1 so lange verstellt, bis ca. 150 mA angezeigt werden. Die
Gatespannung sollte dabei zwischen 3,5 und 4,5 V liegen. Mit anderen Kandidaten probiert man nun so lange, bis
ein zweites (fast) gleiches Exemplar gefunden ist. Toleranzen von +/- 10 % haben sich in der Praxis als
unproblematisch erwiesen.
Innenaufbau
Zu erkennen ist das Meßwerk und oben links die Stromversorgung. Der Taster, das Poti und die Fassung
für das Testobjekt sind auf einem Stück Alublech angeordnet.
Für den vorgesehenen Anwendungszweck ist das ausreichend. Manch einer wird sich eventuell fragen, wozu
man unbedingt einen Doppeltaster braucht, wäre ein ein Schalter nicht besser geeignet?
Nun, im Prinzip schon - wenn man nicht vergißt diesen immer vor dem Einstecken und Herausnehmen des
Testkandidaten umzuschalten. Ein Taster ist an dieser Stelle deshalb viel komfortabler.
Wer möchte, kann die Schaltung auch für P-Kanal-FET einsetzen, dazu muß die
Polarität der Betriebsspannung (hinter dem 7812) und des Meßwerkes umgeschaltet werden.
Vor die LED ist dann eine weitere Diode (Sicherheit) zu schalten. Eine Erweiterung für
andere FET-Typen (BF245 etc.) ist ebenfalls möglich. In diesem Fall ist der Drainstrom entsprechend zu
begrenzen und der Meßbereich des Instrumentes eventuell zu ändern.